Big Data in a Transdisciplinary Perspective, #hkbigdata

Ich war letzte Woche eingeladen, als »Science Reporter« an der Herrenhäuserkonferenz »Big Data in a Transdisciplinary Perspective« in Hannover teilzunehmen.

Gemeinsam mit Julia Zisgen (@ju_les), Markus Dahlem (@markusdahlem) und Michael Reinartz (@madmicha) habe ich die Bloggers’ Corner bespielt.
bloggers_cornerMeine Idee war es, die Konferenz für Podcastaufnahmen zu nutzen. Dass Podcasting gerade für wissenschaftliche Formate gut funktioniert, ist schon vielfach bemerkt worden. Daher ist es auch kein Wunder, dass inzwischen einige Institutionen podcasten (hier oder hier) und es eine rege Wissenschaftspodcastszene gibt. Und ich wollte das mal für eine Konferenz ausprobieren (in etwas kleinerem Maßstab habe ich das schon einmal mit den Stimmen der Kulturwissenschaften gemacht).

Direkt neben dem Vortragssaal hatte ich einen Raum für die Aufnahmen zur Verfügung, den ich als mein Podcaststudio genutzt habe. Zunächst habe ich mir die Posterausstellung angesehen und anschließend einige TeilnehmerInnen eingeladen mitzumachen. Terminlich koordiniert habe ich die Interviews dann über Twitter. podcasting_studioDie Auswahl kam natürlich etwas willkürlich zustande, schließlich haben sich an der Posterpräsentation knapp 30 ForscherInnen beteiligt. Neben ihren Postern hatten sie dann noch Gelegenheit, in einem Lightning Talk von drei Minuten Länge, ihr Thema vorzustellen. Wie es der Zufall will, habe ich mir die späteren Gewinner des Lightning Talk-Wettbewerbs und des Poster-Wettbewerbs ausgesucht.

Ich wollte bewusst in den Podcasts Forschende zu Wort kommen lassen wollte, die auf der Konferenz nur drei Minuten Zeit hatten, ihr Projekt vorzustellen. Die Themen der Vortragenden und Keynote-Speaker wurden ohnehin im Plenum diskutiert. Eine Ausnahme bildet Andrew Prescott, den ich nach seiner Keynote am ersten Tag um ein Gespräch bat.

Am zweiten Tag der Konferenz habe ich dann vier Interviews geführt. Das war gefühlt das Maximum an möglichen Gesprächen, was die kurzfristige Terminkoordination und Konzentrationsfähigkeit betrifft. Ich habe anschließend gleich damit begonnen, die Audiodateien nachzubearbeiten und zu veröffentlichen. Mein Ziel war das Publizieren zumindest einer Episode noch während der Konferenz, was auch gelungen ist.

Mir hat es Spaß gemacht und ich habe viele spannende Leute kennengelernt. Abgesehen davon hoffe ich, dass meine Podcasting-Aktivitäten ein positives Beispiel dafür sind, wie das Medium auf Konferenzen gewinnbringend eingesetzt werden kann.

 

Die Folgen

CODE 5: Ian Milligan about GeoCities Web Archives and Digital History

CODE 6: Andrew Prescott about Big Data in the Arts and Humanities

CODE 7: Paige Morgan about Visible Prices

CODE 8: Josh Cowls about the Challenges of Big Data

Dissertationsprokrastinationsprojekt, #wbhyp

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade #wbhyp.

Die Redaktion von de.hypotheses.org hat dazu aufgerufen, Meinungen zu Gegenwart und Zukunft des Wissenschaftsbloggens zu posten. Da ich mein Dissertationsprojekt über einige Jahre durch ein Gemeinschaftsblog begleitet habe, nutze ich die Gelegenheit, ein kleines Fazit zu ziehen. Außerdem möchte ich gern noch das Thema Podcasting einbringen, dessen Potentiale in dem Zusammenhang leider noch unterschätzt werden.

 

VERNETZUNG.

Podcasting ist ein großartiges Werkzeug, um sich zu vernetzen. Wenn ich mit einer Person ins Gespräch kommen möchte, habe ich immer einen Grund, sie anzuschreiben. Und die meisten Menschen freuen sich, wenn sie von sich und ihren Projekten erzählen können. In über 80 Interviews im Rahmen der Stimmen der Kulturwissenschaften habe ich viele Menschen kennengelernt, mit denen ich teilweise immer noch in Kontakt bin. Nicht nur das: Daraus haben sich schon diverse Projekte, Einladungen zu Veranstaltungen oder Beiträgen ergeben.

 

VISITENKARTE.

Ich empfinde es als äußerst praktisch, in einem Gespräch über mein Projekt auf eine Website verweisen zu können. Das spart mir die Visitenkarte und hat wesentlich mehr Aussagekraft.

 

SELBSTAUSBEUTUNG.

Die Frage »Blog« oder »Nicht-Blog« hat auch zu tun mit der Situation der Wissenschaften, wie wir sie im Moment erleben. Es herrscht ein gewaltiger Konkurrenzdruck um Fördergelder und Drittmittel. Da liegt der Gedanke nahe, Sichtbarkeit zu schaffen, um eine bessere Ausgangsposition zu haben, für die eigene wissenschaftliche Karriere. Das geht einher mit Praktiken der Selbstausbeutung und Selbstoptimierung; Projekte werden zu Produkten und ForscherInnen zu Ich-AGs, die sich über viele Jahre in prekären Arbeitsverhältnissen wiederfinden und das mit jeder Menge Idealismus rechtfertigen.

 

VERÖFFENTLICHEN.

Mir gibt es ein gutes Gefühl, etwas zu veröffentlichen. Das setzt natürlich ein Sendungsbewusstsein voraus. Aber mit Blogbeiträgen oder Podcastfolgen bekomme ich mehr und schnelleres Feedback. Über einem Aufsatz sitze ich mehrere Wochen und am Ende wird er kaum wahrgenommen. Über meiner Diss sitze ich mehrere Jahre und am Ende wird sie kaum wahrgenommen. An einer Podcastepisode sitze ich einen Tag und erreiche Hunderte – manchmal auch Tausende – Interessierte.

 

DISSERTATIONSPROKRASTINATIONSPROJEKT.

Beim Schreiben der Diss fällt es mir manchmal schwer, fokussiert zu bleiben – oh, ich bin sicher, es geht nicht nur mir so! Es ist einfach, sich zu verzetteln, wochenlang »loose ends« zu produzieren, um am Ende festzustellen, dass das – wenn überhaupt – gerade mal in eine Fußnote kommt. Das Bloggen und Podcasten hilft mir, den Faden nicht zu verlieren, weil ich all meine Ablenkungen dorthin bündeln und auslagern kann und ich dazu noch laufend Erfolgserlebnisse habe durch das kontinuierliche Veröffentlichen. Ich bin also selbst beim Prokrastinieren noch produktiv (siehe Selbstoptimierung).

 

PODCASTING.

Podcasts oder abonnierbare Audioinhalte werden vielfach noch unterschätzt. Sie bieten die Möglichkeit, Wissen – z.B. in Dialogform – zu kommunizieren und gleichzeitig durch die Stimme einen persönlichen Bezug zu den RezipientInnen herzustellen. Mit Podcasts lässt sich in die Tiefe gehen: Damit erleichtern sie nicht nur den Einstieg in komplexe Argumentationen, sondern schaffen einen Diskussionsraum, der neue Formen von Feedback-Schleifen ermöglicht. Ein Blick in die (internationale) Podcastlandschaft zeigt, dass gerade Wissenschaftsformate stark nachgefragt werden. An der Stelle kommt häufig der Einwand: »Aber das hört doch niemand! Sollten wir nicht lieber kurze Youtube-Videos machen?« Das kommt darauf an, welches Publikum adressiert wird. Podcasting ist Nische. Das ist aber kein Problem, sondern die große Stärke des Mediums. Unsere Forschungen sind ja auch nicht gerade Mainstream, sondern für ein eher kleines Fachpublikum gedacht.

 

DISKUSSION.

Was die positiven Auswirkungen von Blogs bzw. Podcasts auf die konkrete Forschungsarbeit betrifft bin ich skeptisch. Aus meiner Sicht werden Blogs – und Social Media generell – in ihren Effekten überbewertet. Sicher, es schult die eigene Medienkompetenz und es ist eine gute Schreibübung. Aber Dissertationen mit Blogbegleitung sind deshalb nicht besser. Besonders deutlich wird das bei der Diskussion von Blogbeiträgen. Die findet nämlich kaum statt. Wohl gibt es einige Blogs, die rege Kommentarspalten haben, aber das sind Ausnahmen. Ich tendiere mittlerweile sogar dazu, bei manchen Beiträgen die Kommentare auszuschalten.

 

FAZIT.

Blogs und Podcasts sind großartige Tools, um sich zu vernetzen – für alle, die Spaß haben am Netzwerken und Kommunizieren. Sie sind auf der anderen Seite keine gute Wahl, wenn sich jemand einen direkten (monetären) «return of investment» erhofft, einen Job oder viel Anerkennung – das kann passieren, aber wer es vor allem deshalb macht, wird vermutlich enttäuscht.

 

Diese Episode zitieren: Daniel Meßner: »Dissertationsprokrastinationsprojekt, #wbhyp«, in: Coding History, Podcastinterview, 12. Februar 2015, https://codinghistory.com/blogparade-wbhyp/ (24. Juni 2018).

abstract: Code Literacy

Aus Gründen sammle ich gerade Texte mit Argumenten zur Frage, ob und wie möglichst viele Menschen lernen sollten zu programmieren.


 

Please Don’t Learn to Code

  • “everyone should learn programming” meme has gotten out of control
  • «To those who argue programming is an essential skill we should be teaching our children, right up there with reading, writing, and arithmetic: can you explain to me how Michael Bloomberg would be better at his day to day job of leading the largest city in the USA if he woke up one morning as a crack Java coder? It is obvious to me how being a skilled reader, a skilled writer, and at least high school level math are fundamental to performing the job of a politician. Or at any job, for that matter. But understanding variables and functions, pointers and recursion? I can’t see it.»
  • «I would no more urge everyone to learn programming than I would urge everyone to learn plumbing.»
  • Das Ziel ist nicht Software, sondern Problemlösung.
  • Lässt sich das Problem wirklich am besten mit Software lösen?

abstract: Generation Javascript

Generation Javascript

«Some of my best code has been “written” away from the keyboard, on a piece of paper or on a whiteboard, and only after iterating it for some time did I take the step to input it in the computer.»

«The hardest thing in Javascript development today is maybe less the development itself than knowing which libraries to pick.»

«The sad truth is that something essential gets lost in all of this everyone-can-do-it-yay-lets-all-code euphory.»

«Not everyone should code. Not every week-end project should be made public and available through Bower. The Javascript community needs to learn to filter itself.»


Themen: Ausbildung vs. “just hack it”;

Link:

Meetup: Podcasting Hands-On #3

Mittlerweile hat es bereits drei Meetup-Treffen der Podcaster Selbsthilfegruppe in der c-base gegeben und da wir das Gefühl haben, dass sich das Format bewährt, starte ich an der Stelle mal mit der Dokumentation. Wer sich jetzt fragt: “Moment mal! Es gibt doch schon eine Podcasting-Meetup-Gruppe in Berlin. Braucht es da wirklich noch ein Treffen?” Ja! Denn denn die Selbsthilfegruppe soll ein Hands-On-Treffen sein, bei dem eine (kleinere) Gruppe von Interessierten an ihren Podcasts bastelt, sich gegenseitig Hilfestellung leistet, Tipps und Tricks austauscht und neuen/zukünftigen PodcasterInnen den Einstieg erleichtert. Es gibt deshalb für die Treffen kein Programm und keine Vorträge.

Die Meetups starten mit einer Vorstellungsrunde, bei der alle erzählen, was sie für Skills einbringen können und woran sie gerne schrauben oder diskutieren würden – und dann setzen wir uns kleinen Gruppen zusammen. Beim 3. Treffen am 17.12.2014 haben wir zwei Cluster gebildet. In einem ging es um Technikthemen: Podlove, Migration, Mikrofone (Felix hatte beispielsweise sein mobiles Equipment dabei). Im anderen um Inhalte: Verbreitung, Design, Formate, Radio (mit Frederick vom Podcast This Week in Germany haben wir z.B. die internationale Radio- und Podcastszene diskutiert).

 

Podcasts

 

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